Redirects – Sie werden verbunden

Verkehrsschilder zeigen Umleitung

In diesem Abschnitt geht es um drei Arten von Redirects – die permanente Weiterleitung bzw. 301 redirect, die temporäre Weiterleitung und das Meta-Refresh-Element. Wir klären die Begriffe, die Anwendungsmöglichkeiten und wir sprechen darüber, was es bei der 301-Weiterleitung zu beachten gibt.

Was ist eine Redirection?

Weiterleitungen zählen zu den HTTP-Statuscodes und werden als dreistellige Zahl dargestellt. Sie beginnen mit der Ziffer 3xx. 

Spätestens, wenn Sie eine Seite von ihrer Webpage entfernen oder die Seite durch eine aktuellere ersetzen wollen, werden Sie sie schätzen lernen. Mit einem Redirect können Sie nicht nur Ihre Besucher direkt auf die neue Seite weiterleiten. Vor allem nehmen Sie auch die mühsam erarbeitete Reputation mit zur neuen Adresse.

Über den 3xx HTTP-Statuscode teilt der Server der Suchmaschine mit, wie sie die URL in Zukunft behandeln soll. Das erfolgt automatisch, so dass die Benutzer meist nicht einmal etwas davon bemerken. Es gibt viele Arten von Weiterleitungen. Die Wichtigsten, die Sie kennen sollten, sind 

  • permanente Weiterleitung, bzw. den 301 HTTP-Statuscode
  • die temporäre Weiterleitung, bzw. den 302 HTTP-Statuscode
  • die 307-Weiterleitung als neuere Version des 302-Codes

In der Regel werden Sie es aber mit dem 301-Redirect und dem 302-Redirect zu tun haben.

Permanente Weiterleitung 

In den meisten Fällen werden Sie eine permanente Weiterleitung, die 301-Redirect verwenden. Diese teilt den Suchmaschinen mit, dass die alte Seite nicht mehr existiert und die neue Adresse die alte dauerhaft ersetzt. Suchmaschinen indexieren von nun an die Zielseite.

Die 301-Weiterleitung können Sie problemlos nutzen, ohne befürchten zu müssen, dass Google Ihre Seite herunterstuft. Im Gegenteil, das Vertrauen, dass die alte Seite erworben hat, wird auf die neue URL übertragen. Sie vererben sogar die Backlink-Power.

Puzzleteile formen das Wort "Trust"

Das schlägt sich natürlich auch im Ranking nieder.

Temporäre Weiterleitungen

Eine befristete Weiterleitung würden Sie einsetzen, wenn Sie beispielsweise Wartungsarbeiten wie ein Update oder einen Serverumzug durchführen. Da die Weiterleitung nur eine begrenzte Zeit dauert, soll keine Seitenautorität weitergeleitet werden. Suchmaschinen indexieren weiterhin die ursprüngliche Seite.

Ein 302-Redirect kommt allerdings recht selten vor.

307-Redirect

Ein Sonderfall der temporären Weiterleitung ist der 307-Redirect. Dieser kann sowohl serverseitig als auch im Browser erfolgen. 

Die serverseitige 307-Umleitung ähnelt stark der 302-Umleitung. Der Unterschied liegt in der HTTP-Anfragemethode. Bei der 307-Redirect bleibt sie gleich, beim 302-Redirect hingegen darf sie von der sichereren auf die unsicherere Methode wechseln.

Die Browsermeldung erscheint, wenn eine URL, für die HSTS aktiviert ist, unter http:// aufgerufen wird. HSTS erzwingt den Aufruf von https://. Falls die Seite per http:// angefordert wird, greift der Browser automatisch auf die HTTPS-Version zu und interpretiert das als 307-Redirect.

Meta-Refresh

Eine eher seltene Art der Weiterleitung, von der Sie aber zumindest gehört haben sollten, ist das Meta-Refresh-Element. Diese Methode funktioniert in der Regel langsamer und den Benutzern wird es höchstwahrscheinlich auffallen, dass sie umgeleitet werden. Oftmals erscheint eine Nachricht wie „Wenn Sie in fünf Sekunden nicht weitergeleitet werden, klicken Sie hier“.

Im Gegensatz zu den 301- und 302-Redirects wird kein HTTP-Statuscode ausgeliefert. Dies liegt daran, dass nicht der Server, sondern der Browser die Umleitung vornimmt. Meta Redirects sind clientseitige Redirects.

Ein Meta-Refresh wird im Kopfbereich einer Internetseite definiert. Das folgende Beispiel zeigt die Umleitung zu der URL wiki.selfhtml.org. Der Redirect wird durch die Anweisung refresh veranlasst und erfolgt nach einer Zeitdauer von 5 Sekunden, ausgedrückt durch content=“5;.

Meta-Refresh-Umleitungen sind nicht empfehlenswert, da sie den Suchmaschinen keine eindeutigen Signale darüber übermitteln, was mit der ursprünglichen Seite passiert ist. Außerdem stellen sie keine gute Benutzererfahrung dar. Hinzu kommt, dass das Meta-Refresh-Element gerne von Spammern verwendet wird. In den Augen der Suchmaschinen hat der Ruf des Meta-Refresh-Tags deswegen ziemlich gelitten.

zwei Augen schauen von einem Bildschirm

Google rät stattdessen, serverseitige Weiterleitungen wie 301 redirect und 302 redirect zu benutzen. Ein Meta Refresh sollten Sie nur verwenden, wenn es nicht anders geht, das heißt, wenn Sie keinen Zugriff auf die Konfiguration des Webservers haben.

Was es bei der 301-Redirect zu beachten gibt

Der Hauptgrund, eine 301-Weiterleitung zu empfehlen ist, dass die permanente Weiterleitung die Linkpower bzw. die Seitenautorität mitnimmt. Trotzdem können durch Nachlässigkeit einige Prozentpunkte der Seitenautorität auf der Strecke bleiben. Folgende Punkte gibt es zu beachten:

Interne Links anpassen

Wenn Sie eine Weiterleitung eingerichtet haben, sollten Sie Ihre interne Verlinkung aktualisieren. Anstatt weiterhin auf die alte Seite zu verweisen, sollten alle internen Links die Daten der neue URL enthalten. Die 301-Redirect muss selbstverständlich weiterhin bestehen bleiben, da sämtliche externe Links weiterhin der ursprünglichen Seite gelten. Ihre interne Verlinkung sollten Sie jedoch immer entsprechend anpassen. 

Redirect-Ketten vermeiden

Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit von Seite A zu Seite B umgeleitet und später entschieden, dass B nicht mehr gültig ist. Wenn Sie nun auf die Idee kommen, von Seite B auf Seite C umzuleiten, dann entspräche das keiner guten SEO-Praxis. Nicht nur, dass das eine Verschwendung von Crawl-Budget gleichkommt, sondern es entsteht durch die Weiterleitung auch eine gewisse Verzögerung. Das bedeutet, dass die Ladezeit für die URL mit zunehmender Kettenlänge steigt. Ein bis zwei Redirects sind noch normal. Wird es deutlich länger, hört der Searchbot auf, der Kette zu folgen. 

Eine gute Praxis ist es deswegen, stattdessen direkt von Seite A auf Seite C umzuleiten und zusätzlich ein Redirect von Seite B auf Seite C einzurichten. Weiterleitungsketten treten häufig bei Websites auf, die mehrere Redesigns durchlaufen haben und sind etwas, worauf Sie bei der Überprüfung einer Website achten sollten. Hierfür gibt es beispielsweise Tools („Redirect Checker“), oder Sie nutzen den Screaming Frog SEO Spider.

Nicht auf die Homepage umleiten

Wählen Sie als Weiterleitungsziel eine Webseite, deren Thema und Inhalt der vorherigen am ehesten entsprechen. 

Machen Sie nicht den Fehler, auf Ihre Homepage umzuleiten. Aus der Sicht einer Suchmaschine ist diese nämlich semantisch irrelevant. Darüber hinaus führt diese Praxis zu einer schlechten Benutzererfahrung, da der Benutzer erwartet, auf einer Seite zu landen, die zu seiner Suchanfrage passt. Stattdessen findet er sich auf der Homepage und soll selbst herausfinden, was als Nächstes zu tun ist? Leiten Sie nur dann zur Homepage, wenn es keine Alternative gibt.

Die erste Wahl ist immer eine konkrete Webseite, die der alten am ähnlichsten ist. Wenn solch eine Seite nicht existiert, dann käme eine Weiterleitung zu einer Kategorie-Seite in Frage. Erst wenn auch diese nicht vorhanden ist, könnten Sie an die Weiterleitung zur Homepage denken. 

Redirect einrichten

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, wie Sie ein Redirect am einfachsten einrichten.

In WordPress gibt es dafür bedienerfreundliche kleine Plug-ins wie „Simple 301 Redirects“ oder „Redirection“. Oder Sie nutzen den Umleitungsmanager des SEO-Plugins Rank Math, der vor allem bei großen Datenmengen sehr nützlich ist.

Wenn Sie selbst Hand an Ihre .htaccess Datei legen wollen, dann hilft Ihnen ein 301 Redirect Generator dabei, den Befehl syntaktisch korrekt zu tippen. Die .htaccess Datei finden Sie im FTP-Server, im Hauptverzeichnis Ihrer Domain. Erstellen Sie aber bitte unbedingt ein Backup, bevor Sie Änderungen an der Datei vornehmen!


Das soll vorerst zu den Weiterleitungen bzw. der technischen SEO genügen. Es wird Zeit, sich einem ziemlich essenziellen Thema zuzuwenden: der Keyword-Recherche. Die wird uns also als nächstes beschäftigen.

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