Keyword-Analyse für wettbewerbsfähige Keywords. Ein Beispiel.

Screenshot Keyword Analyse mit keywordtools

Die Grundvoraussetzung für die Optimierung einer Website ist die Keyword-Analyse. Mit dieser Technik ermitteln Sie nicht nur, ob das ausgewählte Keyword überhaupt eine Chance bei den Nutzern hat, sondern auch, ob es gegen die Konkurrenz bestehen kann. Zudem lässt sich ungefähr abschätzen, wann erste Resultate Ihrer SEO-Maßnahmen sichtbar werden sollten.

Ablauf einer Keyword-Analyse

Eine Keyword-Analyse besteht aus verschiedenen Stufen. Kurz zusammengefasst sind es folgende drei Schritte:

  1. Am Anfang steht die Keyword-Recherche. Das bedeutet, dass Sie geeignete Schlagwörter zusammentragen und daraus eine Liste erstellen. Hierfür haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder beginnen Sie bei der Konkurrenz und schauen, für welche Keywords Ihre Konkurrenten ranken. Oder Sie setzen sich zu einem Brainstorming hin und überlegen sich passende Begriffe, die Ihr Produkt bzw. Ihren Service beschreiben. Das Ergebnis der Keyword-Recherche ist eine lange Liste an Schlagwörtern.
  2. Als Nächstes müssen Sie eine Keyword-Auswahl treffen. Die Entscheidung für oder gegen ein potenzielles Keyword fällt anhand seiner Relevanz, der Wettbewerbsfähigkeit, wie auch der Suchintention des Nutzers. Legen Sie die Liste zur Seite, wenn Sie Ihre Keywords ausgewählt haben. Vernichten Sie die Keyword-Liste nicht. Die übrig gebliebene Schlagwörter können Sie später gut verwenden, wenn Sie Ihre Website erweitern wollen. Außerdem liefern Ihnen das Material aus der Keyword-Analyse viele Ideen für Blogposts. 
  3. Mit der Keyword-Recherche und -Auswahl ist es noch nicht getan. Eine Keyword-Analyse sollte immer auch eine Konkurrenz-Analyse beinhalten. Dafür identifizieren Sie den Top-Wettbewerber für Ihr Keyword und schauen sich an, wie seine Website läuft. Was gefällt Ihnen? Welche Bereiche könnte man verbessern? Vergleichen Sie Ihre beiden Website, um herauszufinden, in welchen Bereichen sie effektiv konkurrieren können.

Nun betrachten wir die Phasen einmal im Detail. 

Keyword-Recherche

In vorangegangene Beiträgen hatten wir über die Zielgruppen-Recherche und die Buyer Persona gesprochen. Diese Techniken gehören zu einer Keyword-Analyse dazu. Sie helfen Ihnen, den Menschen hinter der Sucheingabe besser zu verstehen. Außerdem sollten Sie sich Gedanken darüber machen, auf welche Weise Ihre Zielgruppe nach Informationen sucht und welche Such-Phasen sie dabei durchläuft.

Nehmen wir als Beispiel eine junge Spedition, die Überseetransporte organisiert und mit einer Website auf ihren Logistik-Service hinweisen will. Zu ihrer Zielgruppe gehören auch FBA-Seller (Amazon-Händler). Als Buyer Persona haben sie den Händler Andy Amazon kreiert, der Elektro-Kleingeräte auf Amazon verkauft. Er plant, sein Sortiment um chinesische Produkte zu erweitern und möchte deshalb wissen, wieviel ihn der Transport nach Deutschland kosten wird. Andy ist relativ neu im Amazon-Geschäft und hat keine Erfahrungen mit dem Warenimport aus China. Deswegen sucht er nicht nur nach Transportpreisen, sondern auch nach allgemeinen Informationen. Die Spedition will ihm auf einer Unterseite alles Wissenswerte zum Thema Seefracht aus China bereitstellen.

Vorbereitung

Nun kommt der Moment der Keyword-Analyse, in dem eine Portion Empathie gefragt ist: Wie wird Andy Amazon seine Google-Suche gestalten?

Skizzieren wir eine mögliche Customer Journey mitsamt den Keywords, die in den verschiedenen Kaufphasen von Relevanz sein könnten.

  • Sicherlich beginnt Andy mit allgemeinen Anfragen wie China Import oder Einfuhrbestimmungen Deutschland.
  • Bei der Recherche nach den Transportmöglichkeiten (transport logistic china) wird er schnell feststellen, dass Seefracht für ihn weitaus günstiger als Luftfracht ist.
  • Er interessiert sich für die näheren Details des Seetransports wie Seecontainer Maße und dauer seefracht china deutschland.
  • Er fragt sich, welche Seefracht Spedition den Transport für ihn durchführen könnte und was ein container von China nach Deutschland kostet.
  • Weil er für seine Gewinnkalkulation konkrete Zahlen benötigt, möchte er wissen, wie er die Kosten seiner seefracht berechnen kann.
  • Schließlich erkundigt er sich noch nach einer internationalen seefracht spedition hamburg, da er unweit von Hamburg wohnt und ihm der Gedanke gefällt, einen Ansprechpartner in der Nähe zu haben. 

Obwohl das eben ein Brainstorming im Schnelldurchlauf war, ergeben die kursiv gedruckten Begriffe bereits eine schöne Liste relevanter Keywords.

Als nächstes müssen wir diese Schlagworte weiterverarbeiten. 

Schritt 1: Tools nutzen

Nehmen Sie die Begriffe aus dem Brainstorming und tippen Sie sie der Reihe nach in ein Keyword-Tool ein. Hierbei geht es darum, so viel wie möglich Keywords zu generieren und alle Arten von Suchanfragen und Suchphasen einzubeziehen. Mit anderen Worten, die Ergebnisse sollten die gesamte Spanne abdecken – angefangen von der reinen Informationsabfrage (z.B. das Keyword „Seefracht“) bis hin zu einer Transaktionsabfrage (z.B. „40 Fuß Container Transportkosten Shanghai Hamburg berechnen“).

Wenn Sie noch mehr Argumente möchten, warum Sie für verschiedene Such-Absichten optimieren sollten, dann empfehle ich Ihnen diesen Artikel über Search Intent.

Schritt 2: Google fragen

Als Nächstes geben Sie die beim Brainstorming generierten Begriffe bei Google ein und schauen sich Googles Suchvorschläge an. Diese finden Sie zum einen bei der automatische Vervollständigung im Suchfeld und zum anderen am unteren Ende der SERPs („Ähnliche Suchanfragen zu …“).

Keyword Analyse mit Google Autocomplete

Nicht weniger interessant ist das Feld „Nutzer fragen auch“. 

Screenshot von Googles Rubrik "Nutzer fragen auch"

So stellt sich heraus, dass Nutzer nicht nur nach Containern, sondern auch nach dem Palettenversand China-Deutschland suchen, die Maße von Seecontainern wissen wollen und sich zudem für Zollgebühren interessieren.

Schritt 3: Die Konkurrenz analysieren

Als Sie Ihre Keywords durch die Google-Suchmaske schickten, begegneten Ihnen einige Webseiten mit Sicherheit gleich mehrmals. Das sind Ihre Keyword-Konkurrenten. Greifen Sie sich nun drei bis fünf dieser Top-10-Domains heraus und analysieren Sie, für welche Keywords Ihre Konkurrenz noch rankt. 

Auch für diesen Teil der Keyword-Analyse existieren verschiedene kostenlose wie auch kostenpflichtige Tools, die Ihnen nützliche Daten liefern. Folgende Abbildung vermittelt einen Eindruck davon, wie das Tool SpyFu.com arbeitet. Hier sehen Sie, welche Wettbewerber SpyFu für die stärksten Konkurrenten der Domain cargofromchina.com hält.

Screenshot des Tools Spyfu. Hier zeigt es die Top-Konkurrenten einer bestimmten Domain.

Außerdem liefert das Tool die fünf besten organischen Keywords einer bestimmten Website aus. Sie können sowohl Ihre eigene Website als auch die Ihrer Wettbewerber eingeben. Allerdings ist das Tool für ein englischsprachiges Publikum zugeschnitten.

Keyword-Analyse mit dem Tool SpyFu. Screenshot.

Tools wie Ubersuggest (kostenlos), SEMRush oder ahrefs.com (letztere kostenpflichtig) bieten Ihnen ähnliche Funktionen. Die beiden letzteren unterstützen auch die deutsche Sprache.

Die Ergebnisse der konkurrenzbasierten Analyse eignen sich gut, um Ihre ohnehin schon lange Keywordliste zu auszubauen. Das ist aber noch nicht alles. Ein anderer Aspekt ist, dass Sie wertvolle Hinweise bekommen, für welche weiteren Themen sich die Nutzer interessieren. Bei einer gründlicheren Untersuchung würde unsere Spedition beispielsweise herausfinden, dass andere Speditionen sehr gut für Fachbegriffe wie Incoterms, DDP Shipping oder Demurrage ranken. Daraus ergeben sich zahlreiche Ideen für zukünftigen Content.

Analyse und Auswahl der Keywords

Ihre Keyword-Liste ist inzwischen sehr lang und es wird Zeit, die Keywords in Gruppen zu ordnen und danach eine Auswahl zu treffen. Wir suchen Keywords, die auf der einen Seite zu Ihrem Webauftritt und Ihren Geschäftszielen passen und auf der anderen Seite genug Suchvolumen haben, um Besucher auf Ihre Website zu bringen. 

Sie werden für viele Suchbegriffe verwandte Versionen entdecken (Singular/Plural, mit Präpositionen/ohne Präpositionen, zusammen/getrennt geschrieben). Es ist nicht nötig, die Webseite für jede einzelne dieser Versionen zu optimieren, da sie von alleine für die verschiedenen Varianten ranken wird. Sie dürfen sich von solchen Verdopplungen also guten Gewissens trennen. Jedoch ist es nützlich, die verwandten Begriffe zuerst einmal in der Keyword-Liste aufzuführen. So bekommen Sie einen Überblick über das monatliche Suchvolumen.

Beispielsweise stellt unsere Spedition fest, dass das Keyword Container Transport besser abschneidet als Containertransport.

Ausschnitt Excel Tabelle, Beispiel für Keyword Analyse

Suchvolumen alleine ist aber nicht entscheidend. Zwar verzeichnet das Keyword Container Transport viele Suchanfragen, jedoch ist es schwer, die Suchabsicht zu beurteilen. Der Begriff ist sehr allgemein und kann genau so gut für eine Suche nach einem Transport per Lkw oder einem Warenexport in die USA stehen. Deswegen benötigen wir auch Begriffe, die spezifisch zu dem Thema Chinaimport per Containerschiff passen.

Ausschnitt Excel Tabelle, Beispiel für Keyword Auswahl
China-spezifische Keywords

In Verbindung mit der Suche fällt auf, dass Sendungsverfolgung China stark abgefragt wird. Aufgrund des hohen Suchvolumens und der moderaten Konkurrenz sollte dieser Begriff unbedingt berücksichtigt werden. Wie Sie im nächsten Bild sehen, scheinen außerdem gesonderte Info-Seiten zu den Themen Verzollung und Containertypen lohnenswert.

Ausschnitt Excel Tabelle, Beispiel für Keyword Analyse
Containerarten und Zollgebühren – Hohes Suchvolumen bei geringer Konkurrenz

Gruppieren Sie Ihre Keywords nun nach folgenden Gesichtspunkten:

  • in welcher Suchphase wird nach dem Keyword gefragt
  • welche Keywords können auf einer Unterseite zusammengefasst werden
  • welche Ihrer Buyer Personas gibt den Begriff ein 

Wie geht es nach der Keyword-Analyse weiter?

Nachdem wir die Keywords festgelegt haben, auf die wir optimieren wollen, müssen wir sie einer Konkurrenz-Analyse unterziehen. Das hat den Zweck zu überprüfen, wie schwer es werden wird, einen Platz oben in den Suchergebnissen zu erobern. Nachdem wir uns von der Wettbewerbsfähigkeit unserer Keywords überzeugt haben, machen wir uns daran, sie auf der Website unterbringen. Es geht also darum zu planen, welche Art Content wir unseren Nutzern bereitstellen wollen. Das kann beispielsweise ein Ratgeber sein, eine Landingpage oder auch eine Case Study.

Die Content Analyse ist ein eigenes großes Gebiet für sich. Beispielsweise gehört dazu, sich Gedanken um die Seitenstruktur zu machen. Auch das Thema Lokales SEO gehört hier hinein.

Parallel dazu müssen die Keywords “gemanagt” werden. Mit der einen Recherche ist es nicht getan. Es ist wichtig, den Erfolg der Keywords zu überwachen und diese, wenn nötig, anzupassen. Gründe hierfür gibt es zur Genüge. Die Konkurrenz schläft nicht. Die Bedürfnisse der User können sich ändern. Auch die Anbieter verändern sich und führen beispielsweise neue Produkte und Leistungen ein.

Aber darüber werden wir in den nächsten beiden Beiträgen sprechen.

Tags: , ,