Wie Sie eine SEO Konkurrenz-Analyse durchführen

Beitragsbild Konkurrenz-Analyse

Ohne eine fundierte Konkurrenz-Analyse verläuft auch die detaillierteste Keyword-Analyse im Sande. Erst mit einer Konkurrenz-Analyse lässt sich abschätzen, wie gut die Keywords in der Praxis funktionieren werden. In diesem Artikel geht es darum, wie Sie solch eine Analyse durchführen.

Nun haben Sie Ihre Haupt-Keyword-Themen ermittelt. Das war ein gutes Stück Arbeit und Sie haben sich dabei mehr Gedanken gemacht, als die meisten anderen Webmaster.

Jedoch ist die Keyword-Analyse nur die halbe Miete. 

Nachdem Sie Keywords gefunden haben, die Suchvolumen und Relevanz perfekt auf sich vereinen, stellt sich nämlich die Frage: 

Kann ich für die bestimmte Suchanfrage überhaupt ranken?

  • Wer ist meine Konkurrenz? 
  • Habe ich gegen meine Konkurrenz eine Chance? 
  • Und wenn ja, wie lange wird es dauern, in den SERPs an meiner Konkurrenz vorbeizuziehen?

Die Stärke des Wettbewerbs entscheidet also nicht nur darüber, ob es sich überhaupt lohnt, auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren. Die Wettbewerbs-Analyse erlaubt auch eine Prognose, wie lange es dauern wird, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und welche Menge an Content, Backlinks und Werbung Sie einsetzen müssen, um oben in den SERPs zu erscheinen.

Wie sieht eine SEO Konkurrenz-Analyse aus?

Bei der Konkurrenz-Analyse geht es kurz gesagt darum, die vordersten Plätze der SERP für ein spezifisches Keyword zu analysieren. Für jeden dieser Plätze und für jedes Ihrer Keywords müssen Sie folgende Daten zusammentragen:

  • SERP-Position
  • Name der Webseite
  • URL
  • Page Authority
  • Domain Authority
  • Anzahl Backlinks

Die Konkurrenz-Analyse eine SERP-Analyse, bei der wir herausfinden wollen, wer wo für ein spezifisches Keyword rankt.

Was machen Sie nun mit den Informationen?

Zunächst müssen Sie feststellen, ob es sich lohnt, auf ein bestimmtes Keyword zu setzen. Dazu fragen Sie sich:

Kann ich besseren Content liefern?
Kann ich bessere Backlinks produzieren?

Je stärker Ihre Domain ist und je einfacher Sie qualitativ hochwertige Backlinks erhalten können, desto einfacher ist es, Ihre Konkurrenten hinter sich zu lassen. Und je größer Ihr Budget ist, um hochwertigen Content in Auftrag zu geben, desto eher können Sie einzigartige Websites erstellen. Das ist entscheidend, um Ihre Position in den SERPs auch langfristig zu behaupten.

Wenn Sie diese Fragen beantwortet und Ihre Keywords sortiert haben, können Sie den nächsten Schritt angehen. Das heißt, eine Strategie zu entwickeln, mit welchen Keywords Sie welchem Wettbewerber den Rang ablaufen wollen. 

Wo bzw. wie beginnen Sie?

Sie haben zwei Möglichkeiten, mit Ihrer Konkurrenz-Analyse zu beginnen. Entweder nutzen Sie ein Tool, welches Ihnen den Vorteil bietet, Ihre Ergebnisse bequem in eine Excel-Tabelle exportieren zu können. Oder Sie nutzen die Suchmaschine Google direkt, was aber mit etwas mehr Copy-und-Paste-Aufwand verbunden ist. 

Kostenlose wie kostenpflichtige Tools für die Wettbewerbs-Analyse kommen von den altbekannten SEO-Größen am Markt, beispielsweise Moz, SEOquake, Ahrefs, Spyfu, Searchmetrics, Sistrix u.a. Wenn Sie tiefer in SEO einsteigen und Ihre Website selbst optimieren wollen, werden Sie früher oder später so ein SEO-Tool nutzen wollen. 

Name und URL der Konkurrenten feststellen

Der einfachste Schritt Ihrer Konkurrenz-Analyse ist es zunächst, bei Google eine Suchanfrage zu einem für Sie relevanten Keyword durchzuführen. Da Google allerdings bei der Internet-Recherche das Suchverhalten angemeldeter User protokolliert, laufen Sie in Gefahr, nur speziell auf Sie zugeschnittene Suchergebnisse angezeigt zu bekommen. Um das zu umgehen, müssen Sie die Cookies Ihres Browsers löschen und bei allen Google-Services ausgeloggt sein. Nutzen Sie am besten die private Surf-Funktion Ihres Browsers.

Notieren Sie sich nun Name und URL der ersten fünf Plätze sowie des 10. Platzes.  Den Namen der Webseite bekommen Sie aus dem Title Tag. Das sollte Ihnen einen guten Überblick darüber verschaffen, wer an der Spitze steht und wer darum kämpft, auf der ersten Seite zu bleiben, ohne durch jedes der ersten 10 Ergebnisse der SERPs zu gehen.

Direkte und indirekte Wettbewerber

Sie werden feststellen, dass Sie neben Ihren direkten Wettbewerbern, die ein ähnliches Produkt anbieten wie Sie, noch mit einer anderen Art Konkurrenz zu tun haben: dem indirekten Wettbewerber. Dieser rankt für „Ihre“ Keywords, jedoch bietet er ein anderes Produkt an. 

Ein Beispiel. 

Schauen wir uns das Bild unter diesem Text an. Nehmen wir an, Sie verkaufen Musikanlagen. Ihr viertstärkster Wettbewerber um das Keyword „HiFi Anlage“ (die bezahlte Anzeige zuoberst zählen wir nicht mit) ist jedoch kein Shop, sondern eine Seite mit Testberichten. Das ist ein indirekter Wettbewerber.

Screenshot SERPs zum Keyword HiFi Anlage, Beispiel für einen indirekten Wettbewerber

Diese Seite ist zwar kein direkter Konkurrent für Ihren Shop, jedoch will sie für dieselben Keywords ranken wie Sie. Deshalb zählt sie ebenfalls zu Ihren organischen Konkurrenten und Sie sollten es nicht versäumen, diesen Wettbewerber zu analysieren. Das kann Ihnen eine gute Vorstellung über weitere lohnenswert Keywords verschaffen. Außerdem ist es wichtig, diese Seite zu übertreffen, da sie eine Liste von Affiliate-Links zu HiFi-Shops enthält und somit Ihr Publikum zu Ihrer Konkurrenz treiben kann. 

Die Konkurrenz-Analyse ist vor allem Fleißarbeit

Der Begriff Konkurrenz-Analyse hört sich hochtrabender an, als es ist. Der Vorgang lässt sich mit Hilfe von SEO-Tools unkompliziert durchführen und erfordert weniger tiefschürfende Marketing-Kenntnisse, als in erster Linie Zeit und Geduld. 

Nachdem Sie Ihre Wettbewerber per Tool oder per Google-Suche identifiziert haben, ist es nämlich an der Zeit, Daten für jeden von ihnen zusammenzutragen. Mit Hilfe dieser Daten, wie Zahl der Backlinks und die Page Authority, bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie Ihre Chancen gegen Ihre Konkurrenten stehen. 

Ohne ein SEO-Tool werden Sie bei der Analyse nicht weit kommen. Jedoch können Sie kostenlose Tools oder die Gratis-Testperioden kostenpflichtiger Tools für Ihre Konkurrenz-Analyse nutzen. Die Browser-Erweiterungen SEOquake und MOZ liefern Ihnen beispielsweise in einem begrenzten Umfang kostenlose Daten zur Domainautorität und zu den Backlinks Ihrer Konkurrenten aus. 

Das sieht dann so aus:

Screenshot von Konkurrenz-Analyse mit SEOquake

oder so:

Screenshot von der Arbeit mit dem Browser Add-on MOZ

Sammeln Sie nun die Daten Ihrer Konkurrenten und erstellen Sie eine Tabelle mit folgenden Angaben:

  • SERP-Position
  • Name der Webseite
  • URL
  • Page Authority
  • Domain Authority
  • Anzahl der Backlinks auf die Webseite
  • Anzahl der Backlinks auf die Domain

Da sich eine Website auf mehrere Keywords konzentrieren sollte, wiederholen Sie diese Prozedur für jedes Ihrer Haupt-Keywords. Plural-/Singularversionen dürfen Sie zusammenfassen, da Google diese Gemeinsamkeiten per semantischer Analyse identifiziert. 

Und danach wiederholen Sie diesen Vorgang für andere Keyword-Gruppen, die Sie für sinnvoll halten. 

Der Anfang so einer Liste könnte beispielsweise so aussehen:

Excel Tabelle Konkurrenz-Analyse nach Keyword

Den Content Ihrer Wettbewerber analysieren

Es gibt verschiedene Gründe, weswegen eine Webseite gut in den SERPs rankt. Entweder hat sie viel Autorität, mit anderen Worten einen bekannten Markennamen, viele wertvolle Backlinks und sie ist schon lange online. Oder sie bietet Content erster Klasse. Das wären beispielsweise große Mengen an nützlichen Inhalten, ansprechend aufbereitet und mit Videos, Fotos und Info-Grafiken angereichert. Wenn kreative oder neue Ideen hinzukommen, sprechen wir sogar von Content der Extraklasse.

Schauen Sie sich also Ihre Wettbewerber an und notieren Sie in Ihrer Excel-Datei, welchen Content Sie auf deren Webseiten finden. Meistens wird sich das auf Texte und Fotos beschränken. Zudem kopieren Web-Shops und Affiliate-Seiten mit Produkt-Vergleichen häufig nur die Produktbeschreibungen des Herstellers. Mit einem guten Internettexter an Ihrer Seite können Sie sich jedoch gegen die Konkurrenz abheben und mit individuellem Content punkten. 

Ergebnisse der Konkurrenz-Analyse: Gegen wen lohnt es sich anzutreten?

 Nun sollten Sie ein klareres Bild von Ihren Wettbewerbern haben.

Um Ihre Geschäftsziele zu erreichen, genügt es allerdings nicht, nur die Konkurrenten zu identifizieren. Im nächsten Schritt geht es deswegen darum, Ihre Wettbewerber dahingehend zu analysieren, wen Sie schlagen können und wen nicht. 

Schritt 1

Sie können sich die Konkurrenz-Analyse erleichtern, wenn Sie Ihre Wettbewerber farblich markieren. Schauen Sie dazu, welcher Konkurrent Ihnen am häufigsten auf den vorderen Positionen begegnet. Dies wird Ihnen einen Eindruck davon verschaffen, wie schwierig es ist, sich insgesamt zu behaupten.

Hier noch einmal unser Mini-Beispiel mit den drei Keyword-Abfragen HiFi Anlage, Stereo Anlage und Musikanlage.

Excel-Tabelle Konkurrenten identifizieren

Die dunkelrot und rot markierten Wettbewerber, Amazon und Teufel, erscheinen bei allen drei Keyword-Abfragen. MediaMarkt ist für zwei Keyword-Abfragen ganz vorne positioniert. Mit diesen Webseiten wird es am schwierigsten zu konkurrieren. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Jedoch wird es viel Zeit und einen großen Aufwand erfordern, bis Ihre Webseite so relevant geworden ist, dass sie sich gegen diese Riesen durchzusetzen vermag.

Schritt 2

Nun wollen wir mit unserer Konkurrenz-Analyse noch einen Schritt weiter gehen. Ziel ist, die SEO-Faktoren zu ermitteln, die zu den fünf besten Platzierungen in den Suchergebnissen beitragen.  

Dafür werden wir eine neue Tabelle benötigen. Die Spalten sollen sich mit folgenden Angaben füllen:

Das Ergebnis könnte in etwa so aussehen:

Excel Tabelle_SEO Signale der Konkurrenten

Die Analyse zeigt, dass das Ranking der Seiten nicht auf der Homepage basiert, sondern auf der spezifischen Unterseite. Das bedeutet, dass es sich lohnt, den Fokus auf ein bestimmtes, klar eingegrenztes Thema zu legen. 

Wir sehen auch, dass die meisten dieser Seiten optimierte Überschriften haben. Ein Bereich, auf den wir uns konzentrieren würden, ist der Aufbau von mehr und besserem Content. Ressourcen wie Videos, Kommentare, Grafiken usw. können dem Ranking einen Schub verleihen. 

Am Ende unserer Tabelle haben wir noch die Werte für die Domain-Autorität und die Seitenautorität. Hinter diesen Werten steckt viel mehr, als nur die reinen Zahlenwerte. Das würde aber eine völlig neue Tabelle sowie eine längere Diskussion über Off-Site-SEO und Linkbuilding erfordern. Stoff für einen separaten Artikel …

Was uns diese Zahlen vorerst sagen ist: Die durchschnittliche Domain-Autorität liegt bei 79, während der niedrigste Seitenrang in den Top 5 bei 33 liegt. Dieser Wert ist der, den wir mit unserer Webseite erreichen wollen, um es auf die erste Seite der SERPs zu schaffen. 

Und nun? Was kommt nach der Konkurrenz-Analyse?

Zielgruppen-Analyse, Keyword-Analyse, Konkurrenz-Analyse … Das sind die Voraussetzungen für den Erfolg Ihres Projekts. Dieses große Stück Arbeit ist nun geschafft. Wir haben:

  • Keywords zusammengetragen und analysiert
  • passgenaue Keywords ausgewählt, die ein hohes Suchvolumen bei gleichzeitig moderater Konkurrenz aufweisen
  • analysiert, wie unsere Chancen stehen, sich mit diesen Schlagwörtern gegen die Konkurrenz durchzusetzen
  • unsere Mitbewerber identifiziert und bewertet
  • geschaut, auf welchen Gebieten wir besser sein können als unsere Konkurrenten

Und wir haben festgestellt, dass der Erfolg ganz eng mit der Qualität des Contents verwoben ist.

Es ist also Zeit für das nächste Level: Die Content Analyse

Was ist guter Content und wie kommen wir zu gutem Content?

Die Antwort kommt in den nächsten Beiträgen. 

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