Feder & Kiel

Technisches Texten – das Wichtigste in Kürze

Photovoltaikanlagen, eKanban-Systeme oder die Schmierung von Kugellagern sind nicht gerade die üblichen Marketingthemen. Technisches Texten gehört aber genauso dazu – denn wie jedes andere Unternehmen, welches Kunden über seine Website gewinnen möchte, müssen auch Handwerks- und Industriebetriebe informative Inhalte erstellen, um neue Kunden online zu gewinnen.

Es geht dabei nicht darum, das Spannende an einem eKanban-System herauszustellen oder zu erzählen, wie cool das neue Kugellager läuft. Es geht darum, Informationen interessant und verständlich aufzubereiten. Texte für die Website, Produktbeschreibungen, E-Books und andere Ressourcen erfordern einen erfahrenen technischen Texter, um die beabsichtigte Botschaft an die Zielgruppe zu bringen und potenzielle Käufer zu überzeugen.

Doch nicht jeder Texter hat ein Gespür oder die nötige Begeisterung für das Technische. Worauf kommt es also an, wenn Inhalte für Kunden aus der Industrie verfasst werden sollen?

Was unterscheidet technisches Texten von anderen Formen des Copywritings?

Technisches Texten bewegt sich jenseits der Themen, in denen sich jeder wenigstens in Grundzügen auskennt. Von Themen wie Modeausstellungen, Kreuzfahrten, Elektroautos oder Berufsunfähigkeitsversicherung hat eigentlich jeder schon etwas gehört und kann etwas dazu sagen. Technische Themen hingegen sind hochspezialisiert und erfordern im Allgemeinen eine gründliche Recherche, Faktenprüfung und viele Fragen an Fachexperten. Technische Texter müssen mindestens über grundlegende Kenntnisse in ihrem Thema verfügen, um glaubwürdig zu sein.

Zudem sollten sich technische Autoren immer in ihre Leser hineinversetzen können. Welche Aufgaben haben diese während ihrer Arbeit? Welche speziellen Herausforderungen bestehen in dem Industriezweig? Wie kann das Produkt helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen? Die Leser müssen spüren, dass der Autor das Arbeitsumfeld und die spezifischen Probleme versteht und eine Lösung anbietet. Vor allem aber handelt es sich um ein Publikum, das mit Fakten überzeugt werden will. Werbebotschaften sind fehl am Platz. Stattdessen bietet ein guter technischer Text Lösungen für komplexe Konzepte und präsentiert sie sachlich. Der richtige Ton ist entscheidend.

Recherche ist alles, aber Kreativität ist ebenfalls gefragt

Technische Texter sollten Freude daran haben, sich bis ins Detail in ein Thema einzuarbeiten. Sie sollten sich für Branchenblogs und Fachliteratur interessieren und die Entwicklungen in der Branche aktiv verfolgen. Wichtig ist es, den Branchenjargon inklusive der Fachbegriffe und Akronyme zu kennen.

Die kreative Freiheit ist im Gegensatz zum normalen Copywriting eingeschränkter. Es geht hier nicht um kreative Wortneuschöpfungen, einprägsame Slogans oder verrückte sprachliche Bilder. Doch auch beim technischen Schreiben kommt es auf eine persönliche Note an. Die Texte werden von Menschen gelesen und bei einem trockenen, spröden Text verliert auch ein rationaler Ingenieur die Lust am Lesen. Die Kunst beim technischen Texten ist es, das technische Thema in einen ansprechenden Text zu verpacken, der gerne gelesen wird. Dabei können die Fakten durchaus mit humorvollen Passagen aufgelockert werden. Das Ziel ist es, den Leser zu überzeugen.

Welche Fallstricke gibt es beim technischen Texten?

Ein böser Fehler wäre es, den Leser zu unterschätzen. Zur Recherche des technischen Texters gehört es, das technische Level des Lesers zu kennen und auf diesem Level zu schreiben. Zu den Lesern können sowohl Ingenieure als auch Einkäufer gehören. Beide haben spezielle Erwartungen an den Text, die es zu berücksichtigen gilt. Natürlich ist SEO wichtig, aber zuerst wird für Menschen geschrieben. Wird SEO mit zu viel Hysterie begegnet, fügt das zu monotonen, kaum lesbaren Überschriften und Texten. Deshalb an dieser Stelle die Bitte, sich auf das gesunde Sprachgefühl zu verlassen, statt sich den Vorgaben eines SEO-Plugins wie Yoast oder Rank Math unterzuordnen.

Voraussetzung für einen guten technischen Text ist die gute Planung. Bevor mit dem Schreiben begonnen werden kann, muss die Marschroute abgesteckt sein. Es geht also zuerst einmal darum, einen Entwurf des Textes zu erstellen. Zuerst einmal muss sich der Texter ein Überblick über das Thema verschaffen und als Nächstes einen Ansatz entwickeln, wie das Thema präsentiert werden soll. Hier bietet sich meistens der Problem&Lösungs-Ansatz an. Das funktioniert häufig gut bei Whitepaper oder Case Studies. Dabei wird das Problem erläutert, der Prozess beschrieben und eine Lösung präsentiert. Dabei kommen die wichtigsten Informationen zuerst. (Der Journalist nennt das auch das “Prinzip der umgekehrten Pyramide“).

Ein Fehler beim technischen Texten wäre es zudem, nur als Texter zu denken und nicht wie ein Grafiker. Gute Grafiken, Diagramme und Bilder sind ein Muss, um Textwüsten zu verhindern. Das Interesse des Lesers wird durch eine ansprechende äußere Form und unterstützende visuelle Komponenten aufrechterhalten.

Nicht zuletzt sollten technische Texter nie unterschätzen, wie wichtig eine überzeugende Überschrift ist. Der Leser entscheidet doch anhand der Überschrift, ob er sich den Text näher ansehen wird. Und als Nächstes entscheidet er anhand der Zwischenüberschriften, ob es sich lohnt, den Text komplett zu studieren. Diese Regel gilt aber für alle Internet-Texte, von leichten Blog-Posts über E-Mails bis hin zu technischen Whitepaper. Viele Copywriter verwenden zuerst “Arbeitstitel”, bis der erste Entwurf steht, und legen die Überschriften erst dann fest.

In welchen Branchen sind technische Texter gefragt?

Gute technische Redakteure bzw. Texter sind praktisch in jeder Branche mit einem technischen oder wissenschaftlichen Hintergrund gefragt. Jede Branche wie IT, Automation, Elektronik, Kommunikation, Maschinen- und Anlagenbau, Logistik, Medizintechnik usw. muss komplexe Texte in überzeugendes Marketing umwandeln!

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