Was ist guter Content?

Guter Content ist King

Ohne guten Content helfen auch die besten Keywords nichts. Mit starken Keywords gelingt es Ihnen wahrscheinlich, Besucher auf Ihre Webseite zu locken. Finden diese dort aber keine durchdachten und strukturierten Inhalte, macht es Klick – und die Besucher sind gleich wieder weg. Deswegen ist die Keyword-Recherche nur ein Teilbereich von SEO und geht Hand in Hand mit der Content-Strategie.  

Ist guter Content dasselbe wie ein guter Text?

Nein, denn der Begriff Content deckt den kompletten Inhalt einer Website ab. Neben dem Text gehören da auch Videos, Grafiken, Fotos oder Animationen dazu. Das heißt, alles, was auf einer Website präsentiert wird, fällt unter den Begriff Content. 

Hinter dem Begriff “Guter Content” steckt das Gesamtkonzept der Website, wobei der reine Webtext allerdings einen großen Part spielt.

Was haben Keywords mit gutem Content zu tun?

Wieso behaupten sich einige Websites auf den vordersten Google-Plätzen, während andere Domains unbeachtet bleiben? Die Keywords passen doch bei beiden? 

Gegenfrage: Wieso zimmert mir der Tischler eine Kommode, an der ich mich nicht sattsehen kann, während mein Hocker unter Schwiegermama zusammenbricht? Ich habe doch dasselbe Holz verwendet wie der Tischler?

Was ich damit sagen will ist, dass Keywords mit einem Rohstoff verglichen werden können. Es macht aber einen Unterschied, wer diesen Rohstoff in die Hände bekommt. Es sind nicht die Keywords, sondern es ist das gesamte Paket, es ist der gute Content, der die Benutzer auf der Seite hält. 

Auf einen SEO Text bezogen heißt das, dass es nicht reicht, bestimmte Keywords in einer bestimmten Menge über den Text zu verteilen. Der Content wird auch dadurch nicht besser, wenn Sie ein einfältiges SEO Plug-in nutzen, welches bei jedem, aber auch jedem Internettext dieselben Forderungen stellt, à la

  • im Titel soll eine Ziffer erscheinen 
  • die h1 Überschrift soll ein „Power“-Word enthalten
  • in mindestens 32 % der Sätze muss ein Bindewort auftauchen
  • das Keyword soll in 80 % aller h2- und h3-Überschriften erscheinen 
  • usw. usf.

… Nur hartgesottene SEO Texter erleiden hierbei keinen Burn-out.

Und die Leser? Denen fällt das Strickmuster spätestens nach dem dritten Beitrag auf und schnell fühlen sie sich manipuliert, da der Webtext unnatürlich wirkt.

Mit gutem Text-Content hat solch eine Fließbandproduktion nichts zu tun. 

Was macht guten Content aus?

was ist guter Content? Screenshot eines CMS Systems mit der Schaltfläche "add new post"

Ein guter Internettext ist direkt proportional zu der Recherchearbeit und der Kreativität Ihres SEO Texters. Doch es gibt noch andere Faktoren, welche über die Qualität des Inhalts bestimmen, denn auch ein guter Text ist noch nicht gleichbedeutend mit gutem Content. Rollen wir die Frage einmal von hinten auf. 

Relevante Keywords

Natürlich muss Ihre Webseite zuerst einmal auffindbar sein. Und natürlich hängt das in erster Linie davon ab, welche Keywords Sie auswählen. Leider denken aber viele Webseiten-Betreiber, dass die Arbeit damit getan wäre. Doch die Recherche der SEO Keywords ist nur der Anfang!

Call to Action

Die Webseite sollte eine Handlungsaufforderung beinhalten.

Es nutzt nichts, wenn sich Ihr Besucher mit einem „Ach, interessant.“ still wieder verabschiedet. Sie möchten, dass zwischen Ihnen und Ihrem Gast eine Verbindung entsteht. Sei es, dass er etwas einkauft, einen Newsletter bestellt oder einen Kommentar hinterlässt.

Genauso wünschenswert ist es, wenn der Gast noch etwas auf Ihrer Website verweilt und sich weitere Unterseiten anschaut. Das bedeutet nämlich, dass Sie sein Interesse geweckt haben und somit stehen die Chancen gut, dass er Ihre Website zu einem späteren Zeitpunkt erneut besucht. Unterstützen Sie das, indem Sie die Unterseite mit anderen Beiträgen und Ressourcen Ihrer Website verlinken

Content, über den es sich zu reden lohnt

Der Inhalt sollte es wert sein, geteilt zu werden. Setzen Sie sich das Ziel, dass der Nutzer Ihre Webseite mit Freunden oder Kollegen teilt. Das bringt Ihnen nicht nur eine höhere Besucherzahl, sondern wirkt sich auch indirekt auf Ihre Platzierung in den Suchergebnissen aus. Geben Sie sich nicht damit zufrieden, Wikipedia-Artikel umzuschreiben, bei Produktbeschreibungen die Hersteller-Website zu kopieren oder die Konkurrenz 1:1 abzukupfern. Teilen Sie Ihr Wissen. Werden Sie zum Spezialisten oder holen Sie sich solche ins Boot.

Guter Content enthält starke Keywords, eine Handlungsaufforderung und wird gerne geteilt.

Was heißt das in der Praxis?

  1. Die Website muss auf den ersten Blick beantworten, wer Sie sind und was Sie anbieten. 
  2. Sagen Sie dem Besucher, welchen Mehrwert er bekommt. Anders gesagt, weshalb er nicht weiter zu suchen braucht.
  3. Berücksichtigen Sie das Leseverhalten im Web. 

Machen Sie sich ein genaues Bild von Ihrer Zielgruppe, bevor Sie die Seitenstruktur planen. Welche Fragen könnten diese haben? Welche der Probleme können Sie mit Ihrem Angebot lösen? 

Regel für guten Content: Finden Sie heraus, wonach Ihr Publikum sucht – und geben Sie es ihm.

Die Zielgruppen-Analyse bestimmt nicht nur die Richtung Ihrer Webtexte oder Videos, sondern spielt ebenso bei der Seitenarchitektur eine große Rolle. Denn auch das Layout bestimmt, ob es sich um guten Content handelt.

Bedenken Sie beispielsweise, dass Senioren überwiegend einen PC für die Suchabfrage nutzen, während Teenager eher Smartphone-affin sind. Senioren werden deshalb Webseiten mit größeren Schriftarten und Bildern vorziehen. Wahrscheinlich schauen sie sich auch lieber ein Video an, anstatt einen Text am Bildschirm zu lesen. Jugendliche hingegen neigen dazu, Artikel zu scannen, statt sie vollständig zu lesen. Sie brauchen Inhalt, der für mobile Endgeräte optimiert ist, mit eingängigen Überschriften, die über den ganzen Text verteilt sind und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wenn Sie möchten, dass die Nutzer die Artikel teilen, dann stellen Sie entsprechende „Share“-Buttons zur Verfügung. Denken Sie dabei auch an die Option, Textschnipsel bereitzustellen, die sich als Zitat tweeten lassen. Platzieren Sie die Share-Buttons so, dass diese gleich zur Hand sind. Ihre Besucher sollten diese nicht erst lange suchen müssen. 

Stellen Sie den Benutzern also immer die Tools zur Verfügung, die für den nächsten Schritt, den sie ausführen sollen, erforderlich sind. Gleich, ob dieser nächste Schritt ein Kaufabschluss oder eine Anmeldung für einen Newsletter ist: Formulieren Sie eine klare Handlungsanweisung. Zum Beispiel, indem Sie schreiben: „Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Wir freuen uns über einen Kommentar!“ und dann zu Ihrem Gästebuch verlinken. 

Überlegen Sie, welcher sekundäre Inhalt zu dem Thema Ihrer Website passt. Wenn Sie ein Lektoratsservice für Studenten anbieten, dann liegt es natürlich nahe, wenn Sie in Ihrem Blog Beiträge über den Aufbau einer Bachelorarbeit, Rechtschreibfehler oder Zitierregeln bringen. Vielleicht erscheint Ihnen das auf Dauer aber zu einseitig? Recherchieren Sie deswegen, nach welchen Themen Studenten im Internet suchen. Beispielsweise finden Sie heraus, dass sich Studenten Tipps wünschen, wie sich Kosten sparen lassen. Voilà. Sie verfassen zu dem Thema einen Ratgeberartikel – und spannen im Text einen Bogen zu Ihren Studententarifen für Lektorat und Korrekturlesen. 

Die 4 Content-Typen

Nachdem wir über die Grundlagen von gutem Content gesprochen haben, zerlegen wir einmal den Begriff unter dem Aspekt „Lebensdauer“. Dabei kristallisieren sich vier Typen heraus:

  • Evergreen-Content
  • Trendthemen
  • Saisonale Themen
  • Allgemeiner Inhalt

In Ihrer SEO- und Content-Strategie sollten Sie alle 4 Content-Typen berücksichtigen.

Zeitloser Inhalt

ein Wecker ohne Zifferblatt und Zeiger

Evergreen-Inhalte sind unabhängig von der Saison oder von Trends. Natürlich kommt irgendwann auch ihre Zeit und sie werden gegenstandslos, jedoch dauert das recht lange. 

Evergreen-Content eignet sich hervorragend für SEO. Da er seine Gültigkeit lange behält, kann er eine große Portion Backlinks und Seiten-Autorität sammeln. Aus diesem Grund hat er im Vergleich zu anderen Content-Typen eine bessere Chance auf vordere Positionen in den SERPs.

Richten Sie zeitlosen Inhalt immer direkt an Ihrem Angebot und an Ihrer Zielgruppe aus. Es ist von Vorteil, den Content gelegentlich aufzufrischen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass er von den Suchmaschinen regelmäßig neu indiziert wird. 

Vermeiden Sie, sich auf aktuelle Berichte in den Nachrichten zu beziehen. Wenn Sie auf Technologien verweisen wollen, dann bedenken Sie, dass sich diese schnell ändern. So wird eine Top 10 Liste der besten Stereo-Verstärker in einigen Monaten nicht mehr aktuell sein.

Umgehen Sie auch Datumsangaben, da diese Ihren Content schnell überaltert aussehen lassen, selbst wenn das Thema noch relevant ist. 

Trendthemen

Blockdiagramm mit aufsteigender und absteigender Kurve

Trendthemen basieren auf aktuellen Nachrichten oder Modeerscheinungen. Sie eignen sich ebenfalls hervorragend für SEO. Trendinhalte machen sich einen Teil des Google-Algorithmus zunutze, der als QDF bezeichnet wird. 

QDF steht für „Query Deserves Freshness“ und ist ein mathematisches Modell. Es soll Suchanfragen dahingehend untersuchen, ob User neue Informationen wünschen oder nicht. Ist Ersteres der Fall, spielt Google den entsprechenden Content solange bevorzugt aus, bis das Interesse der User wieder abnimmt. 

Beispielsweise landen bei der Suche nach „Tsunami“ gerade solche Webseiten vorne, die den Begriff erklären oder an die Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004 erinnern. Fände heute eine neue Tsunami-Katastrophe statt, würden auf einmal viele Nutzer gleichzeitig nach „Tsunami“ fragen, um die neuesten Nachrichten zu bekommen. Aufgrund des QDF-Algorithmus ständen nun die Meldungen zu dem gerade aufgetretenen Ereignis ganz oben. Und nachdem das Interesse abgeebbt ist, kehren die informativen Webseiten wieder auf die erste Seite der SERPs zurück.  

Screenshot von der Websuche nach dem Begriff Tsunami

Artikel, die direkt vor oder während dem Ereignis veröffentlicht werden, werden von den Suchmaschinen also als relevanter angesehen als Artikel, die schon seit eine Weile existieren. 

Beiträge zu aktuellen Themen können recht schwer zu schreiben sein. Sie brauchen jemanden, der sich schwerpunktmäßig mit Trendthemen befasst und es dann schafft, diese Themen mit Ihren Marketingzielen in Beziehung zu setzen. 

Wenn das Thema nicht auf irgend eine Weise mit Ihrem Angebot verknüpft ist, ist es unwahrscheinlich, dass die User zu Ihrer Webseite zurückkehren. 

Einer der Hauptgründe, über Trendthemen zu posten, ist, ein größeres, neueres Publikum zu erreichen. Das bringt jedoch nur dann etwas, wenn diese Zielgruppe Ihre Website auch für nützlich hält und später wiederkommt.

Saisonale Themen

Saisonabhängiger Inhalt bezieht sich auf eine bestimmte Jahreszeit oder einen Feiertag. Saisonale Themen und Trendthemen hängen oft miteinander zusammen, unter anderem, weil die Zahl der Suchanfragen vor bestimmten Feiertagen stark ansteigt. 

Planen Sie Ihre saisonbezogenen Beiträge langfristig voraus. Veröffentlichen Sie diese Beiträge einige Wochen, bevor sie relevant werden; und füttern Sie Ihre Webseite während der laufenden Saison kontinuierlich mit neuen Posts. Durch die vorzeitige Veröffentlichung stellen Sie sicher, dass Ihr Content indiziert ist, noch bevor die User ihre Suchanfragen starten.

Allgemeiner Inhalt

Grafik eines Baumes zu 4 Jahreszeiten

Die letzte Art von Content betrifft Inhalte, die weder zeitlos, noch Trendthemen oder jahreszeitlich bedingt sind. Solch allgemeiner Inhalt ist zwar aktuell – aber er wird das normalerweise nicht für länger als ein oder zwei Jahre bleiben. Die meisten Beiträge, die das Internet bietet, gehören in diese Kategorie.

Auch bei allgemeinen Posts sollten Sie immer Social Share Buttons oder Plugins einbinden, um sicherzustellen, dass Möglichkeiten zum Weiterverbreiten vorhanden sind. 

Manche Beiträge werden öfters geteilt als andere. Hierzu zählen beispielsweise 

  • Top 10 Listen 
  • Infografiken
  • ausführliche Blogartikel, die eine ganz konkrete Frage abhandeln
  • Interviews 
  • Checklisten 
  • Case Studies 
  • White Papers 

Fazit

Guter Content ist seriös. Er vermittelt fundiertes Wissen und ist verständlich geschrieben. Die Sprache ist auf die Zielgruppe zugeschnitten. Keywords und semantisch verwandte Begriffe werden dezent, aber gezielt eingesetzt. 

Versuchen Sie, alle vier vorgestellten Content-Typen bei Ihrer Content-Strategie einzusetzen. Wenn Sie die Relevanz und die Aktualität Ihrer Inhalte stets im Blick halten, können Sie frühzeitig reagieren.

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